Fantasiewelten im Schlosspark Mitwitz

Berühren und Träumen Erwünscht

Neun mystische Kunstwerke bereichern nun den Mitwitzer Schlosspark. Sie entführen Groß und Klein künftig in eine andere Welt.


Von Bianca Hennings

Mitwitz – Das kleine Mädchen drückt ihre Wange gegen die der Katze. Das Tier aus Holz sitzt auf der Bank, die gerade enthüllt wird. Der Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter nickt zufrieden: „Der Skulpturenpark ist schön geworden.“

Neun Kunstwerke hat Holzbildhauer Silvio Ukat aus Glauchau in Sachsen für den Mitwitzer Schlosspark geschaffen. Neun Wochen hat er dafür hinter dem Haus von Bürgermeister Hans-Peter Laschka gehämmert, geklopft, gemeißelt, geschnitzt und gemalt (die NP berichtete). „Und das Ganze hat die Gemeinde nur 8000 Euro gekostet“, verweist der Rathauschef darauf, dass man quasi ein Schnäppchen gemacht hat. Ein Schnäppchen, das den Mitwitzer Schlosspark aufwertet und ihn in eine Fantasie- Welt verwandelt. Nach und nach werden am Freitag die Skulpturen enthüllt.

Da ist zuerst das Boot. „Es ist aus dem größten Stamm mit einem Durchmesser von 1,20 Meter entstanden. Damit wollen wir unsere Fantasie-Reise beginnen“, startet Laschka in den offiziellen Teil der Skulpturen-Vorstellung. Der Schulkinder- Chor mit Andrea Gregor-Nowak stimmt passend dazu „Jetzt fahrn wir übern See“ an.

Das zweite Kunstwerk ist der rot-blaue Fisch, der sich aalgleich schlängelnd fortzubewegen scheint.

Dann geht es zur Bank, einer Sitzgelegenheit, um die sich drei Katzen räkeln. Deren Blicke scheinen den Betrachter wachsam zu verfolgen, egal, wo er steht.

Die vierte Skulptur stellt laut Laschka das Himmelstor dar – auf der Vorderseite symbolisiert die Sonne den Tag, auf der Rückseite der Mond die Nacht: „Das ist schon ein besonderes Gefühl da durch zu gehen, vom Tag in die Nacht.“ So animiert stehen die großen und kleinen Besucher Schlange, um das zu erleben.

Es geht weiter zum fünften Kunstwerk, zum Wasserspiel. „Das ist aber noch nicht ganz fertig. Dafür hat Silvio und mir das technische Knowhow gefehlt. Es funktioniert noch nicht so, wie es funktionieren soll“, entschuldigt sich der Bürgermeister.

Dann wird die Gans enthüllt. „Die ist ständig in Gefahr, denn hinter dem nächsten Baum lauert der Fuchs“, mit diesen Worten wird Kunstwerk Nummer 7 präsentiert.

Die nächste Skulptur ist ein Bär, der bei der jüngsten HolzART entstanden ist und bis vor Kurzem noch am Aufgang zur Festung ausgestellt war. Sein endgültiges Revier wird nun aber der Mitwitzer Schlosspark sein.

Das neunte Werk ist ein Thron, um den herum die Bäume so stehen, als würden sie eine Kathedrale bilden. Davor sind Holzblöcke als Bänke aufgebaut, so dass der Thron gerade zu zum Platznehmen und Geschichtenerzählen einlädt. Jutta Karl, eine Nachbarin Laschkas, kommt verkleidet als Fee und nimmt prompt auf der erhöhten Sitzgelegenheit Platz, um den zahlreich erschienenen Kindern ein Märchen zu erzählen.

„Das Ganze ist noch ausbaufähig. Für weitere Ideen sind wir immer zu haben“, meint Hans-Peter Laschka abschließend

und hat einen Wettbewerb im Blick, bei dem Kinder sich Figuren wünschen können, die ihrer Meinung nach noch im Schlosspark fehlen.

Silvio Ukat hat die neun Skulpturen geschaffen. len.

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